Hier finden Sie die nächsten Seminare und Kurse, die ich leite, sowie Vorträge, die ich halte bzw. Mitschnitte von Vorträgen, die ich gehalten habe.
Lindauer Psychotherapiewochen – Woche 1 vom 12. bis 17. April 2026: “Sinn und Werte”
Objektbeziehungspsychologie – Hauptströmung der modernen Psychoanalyse
- Kurs BB60 – Seite 28 im Programmheft: Montag bis Freitag, 10:00 bis 13:30 Uhr, 20 Stunden, bis zu 20 Personen, Preis: 240,- Euro
- Seit 1923 wurde Freuds Triebtheorie durch eine Fülle weiterer Konzepte erweitert, in denen viele andere Wünsche, Sehnsüchte, aber auch Ängste, Schuld-und Schamgefühle, sowie verschiedene Arten von Bindungen und Mentalisierungen einbezogen wurden. Die Psychoanalyse wurde zu einem immer breiteren Fluss mit vielen Zuflüssen. Daraus entstand die Objektbeziehungspsychologie, die heutige Hauptströmung der Psychoanalyse. Objekt steht dabei für den anderen Menschen, der Bedürfnisse erfüllt, wird gegenwärtig aber durch den Begriff Subjekt ersetzt, ein Wesen mit ganz eigenen Intentionen. Die wichtigsten Ansätze dieser Strömung werden im Seminar dargestellt, vor allem wie sie unser therapeutisches Denken und Handeln verändern.
- Literatur: Abel, T. (HG) (2025): “Handbuch der Objektbeziehungspsychologie” – Gießen: Psychosozial-Verlag
- Erläuterungen: Der schottische Psychoanalytiker Ronald Fairbairn erweiterte und reformierte in den 1940er Jahren Freuds Triebtheorie, indem er sagte, dass die Libido nicht nach Befriedigung, sondern nach einem Objekt, also nach einem anderen Menschen sucht. Die zentrale Motivation des Menschen ist danach nicht, Triebimpulse am anderen abzureagieren, sondern ein Gegenüber zu finden, mit dem zusammen sehr unterschiedliche Wünsche erfüllt und Gefühle geteilt werden können. Gemeinsam mit anderen prägte er damit die “Objektbeziehungspsychologie”, die heute die Hauptströmung der Psychoanalyse darstellt. Sie hat die duale Triebtheorie Freuds, in der es nur den Sexual- und den Todestrieb gab, um eine Fülle zentraler menschlicher Grundbedürfnisse erweitert. Die Konflikte, für die wir alle in unserem Leben kompromisshaft Lösungen finden müssen, sind nun nicht mehr nur Triebkonflikte, sondern Konflikte die mit der Entfaltung oder Versagung von ganz unterschiedlichen Grundbedürfnissen zu tun haben. Erstmals wurden 2023 die wichtigsten Konzepte der Objektbeziehungspsychologie und die Menschen, die sie geschaffen haben, im “Handbuch der Objektbeziehungspsychologie” zusammenfassend dargestellt. Es wurde von Thomas Abel herausgegeben und enthält das Kondensat dessen, was in 123 Jahren Psychoanalyse entstanden ist.
- Das Seminar gibt einen Überblick über die Entstehung dieser Strömung, die kein Ismus wurde, weil es nicht den einen, charismatischen Begründer gab, über ihren aktuellen Stand und über ihren allmählichen Übergang vermutlich in eine intersubjektive Strömung. Beispielhaft werden die Ansätze einzelner Autoren und Konzepte dargestellt.
Lange Nacht der Wissenschaften / der Psychoanalyse am 6.6.2026
Vortrag Thomas Abel: Abwehrmechanismen
- Es werden die 7 unreifen und 12 reifen Abwehrmechanismen dargestellt. Jeder Mensch verfügt über Abwehrmechanismen, die zu den Ich-Funktionen gerechnet werden. Psychisch gesunde oder nur leicht gestörte, neurotische Menschen haben viele und reifere, persönlichkeitsgestörte und psychotische Personen haben eher wenige und unreife Abwehrmechanismen. Sie werden aktiviert, um Konflikte zwischen Wünschen, Bedürfnissen und Triebimpulsen auf der einen Seite und eng mit diesen verknüpften Gefühlen von Scham, Schuld, Angst, Verboten oder Idealen auf der anderen Seite zu regulieren. Als Kompromiss werden Wünsche nur teilweise und entstellt erfüllt, was Scham-und Schuldgefühle vermindert.
- Ort: Internationale Psychoanalytische Universität, Stromstraße 3, 10555 Berlin
Erfurter Psychotherapiewoche vom 12.-16.9.2026
Mehr als Libido und Todestrieb: Objektbeziehungspsychologie als die gegenwärtige Hauptströmung der Psychoanalyse
- hybride Vorlesung täglich 90 Minuten, insgesamt 10 Fortbildungsstunden
- Der schottische Psychoanalytiker Ronald Fairbairn erweiterte und reformierte in den 1940er Jahren Freuds Triebtheorie, indem er sagte, dass die Libido nicht nach Befriedigung, sondern nach einem Objekt, also nach einem anderen Menschen sucht. Die zentrale Motivation des Menschen ist danach nicht, Triebimpulse am anderen abzureagieren, sondern ein Gegenüber zu finden, mit dem zusammen sehr unterschiedliche Wünsche erfüllt und Gefühle geteilt werden können. Gemeinsam mit anderen prägte er damit die “Objektbeziehungspsychologie”, die heute die Hauptströmung der Psychoanalyse darstellt. Sie hat die duale Triebtheorie Freuds, in der es nur den Sexual- und den Todestrieb gab, um eine Fülle zentraler menschlicher Grundbedürfnisse erweitert. Die Konflikte, für die wir alle in unserem Leben kompromisshaft Lösungen finden müssen, sind nun nicht mehr nur Triebkonflikte, sondern Konflikte die mit der Entfaltung oder Versagung von ganz unterschiedlichen Grundbedürfnissen zu tun haben. Erstmals wurden 2023 die wichtigsten Konzepte der Objektbeziehungspsychologie und die Menschen, die sie geschaffen haben, im “Handbuch der Objektbeziehungspsychologie” zusammenfassend dargestellt. Es wurde von Thomas Abel herausgegeben und enthält das Kondensat dessen, was in 123 Jahren Psychoanalyse entstanden ist.
- Literatur: Abel, T. (HG) (2025): “Handbuch der Objektbeziehungspsychologie” – Gießen: Psychosozial-Verlag
- Die Vorlesung gibt einen Überblick über die Entstehung dieser Strömung, die kein Ismus wurde, weil es nicht den einen, charismatischen Begründer gab, über ihren aktuellen Stand und über ihren allmählichen Übergang vermutlich in eine intersubjektive Strömung. Beispielhaft werden die Ansätze einzelner Autoren und Konzepte dargestellt. Peter Conzen und Hans-Jürgen Wirth konnte ich gewinnen, jeweils eine Vorlesung zu übernehmen.
- Themen an den 5 Tagen:
- Was ist Objektbeziehungspsychologie? Geschichtliches, Definition, Begriffe und Untergliederungen
- Melanie Klein: Die depressive Position; Margaret Mahler: Symbiose und Individuation; Clare und Donald Winnicott: Übergangsobjekte; John Bowlby: Bindungstheorie; Heinz Kohut: Narzissmus und Selbstobjekt
- Erik H. Erikson: Wegbereiter der modernen Identitätspsychologie (Peter Conzen)
- Zur Aktualität von Horst-Eberhard Richters Theorie familiärer Verstrickungen (Hans-Jürgen Wirth)
- Neuere Entwicklungen in der Objektbeziehungspsychologie: Joseph Weiss, Christopher Bollas, Jessica Benjamin und Donna Orange
Einführung in die psychodynamische Traumatherapie
- Kurs Thomas Abel, täglich 3 Stunden = insgesamt 20 Fortbildungseinheiten
- Das Wort Trauma stammt aus dem Altgriechischen und bedeutet Wunde. Sie wird einem Menschen durch körperliche, sexuelle oder emotionale Gewalt, durch extreme Vernachlässigung oder Isolation zugefügt, denen er hilflos ausgeliefert ist und die seine Verarbeitungsmöglichkeiten bei weitem übersteigen. Die Verletzung ist umso größer, je früher im Leben sie zugefügt wird, je länger sie andauert und je vertrauter die Beziehung zu den Tätern ist. Vertrauen in die Mitmenschen verwandelt sich in Misstrauen. Die Hälfte aller Menschen wird im Laufe ihres Lebens traumatisiert. Bei 12% der Frauen und 6% der Männer entwickelt sich daraus eine posttraumatische Belastungsstörung, bei anderen eine Depression, Angst-, Sucht-, Ess- oder Borderline-Störung. Damit sind mehr als die Hälfte der jährlich registrierten 27,8% psychischer Erkrankungen auf Traumatisierungen zurückzuführen. Durch die Zerstörungen des Klimawandels und der Verteilungskriege werden diese Zahlen in den nächsten Jahrzehnten deutlich ansteigen. Inzwischen gibt es sehr wirksame psychotherapeutische Verfahren, wie kontrollierte, randomisierte Studien zeigen. Der Kurs ist eine Einführung in einen psychoanalytischen Ansatz, der vor allem die psychodynamisch-imaginative Traumatherapie nach Reddemann beinhaltet, ergänzt um Elemente der übertragungsfokussierten Therapie nach Kernberg, sowie um verhaltenstherapeutische Skills.
- Themen an den 5 Tagen in den beiden Doppelstunden (DS):
- Was ist ein Trauma und welche Folgen hat es laut ICD und DSM? Äußere Sicherheit: Rahmenbedingungen und Therapievereinbarungen;
- Anspannungskurve und Skills zur Rückkehr in den Bereich des Nachdenkens und Fühlens; Beobachtertechnik – Vorstellung und Kleingruppenarbeit
- imaginative Arbeit mit jüngeren Ichs – Vorstellung und Kleingruppenarbeit
- imaginative Arbeit mit destruktiven Objekten und Täterintrojekten – Vorstellung und Kleingruppenarbeit
- Bildschirmtechnik und Traumakonfrontation – Vorstellung und Kleingruppenarbeit
- Website der Erfurter Psychotherapiewoche
Kurs: Psychodynamische Traumatherapie 2026/2027 – Start: 14.11.2026
- In diesem Kurs über 4 Wochenenden wird das vollständige Curriculum der Psychodynamisch-imaginativen Traumatherapie (PITT) nach Luise Reddemann vermittelt, weiterhin einige Elemente der Übertragungsfokussierten Psychotherapie (TFP) nach Otto Kernberg, sowie des Skillstrainings der Dialektisch-Behavioralen Therapie nach Marsha Linehan.
- Hier finden Sie die detaillierten Inhalte und Zeiten des Kurses
- Da die Inhalte des Kurses aufeinander aufbauen, ist eine Teilnahme an allen 4 Wochenenden notwendig: 14./15.11.2026, 9./10.1.2027, 23./24.1.2027 und 13./14.11.2027, jeweils 9-17 Uhr.
- Anerkennung und Zertifizierung: Der Kurs wird mit 64 Fortbildungseinheiten durch die Berliner Psychotherapeutenkammer für Approbierte zertifiziert, für Aus-und Weiterbildungsteilnehmende mit 64 Seminarstunden von den Instituten auf Antrag anerkannt.
- Alle 4 Wochenenden sind kostenfrei für Aus-und Weiterbildungsteilnehmende. Für Approbierte betragen die Kosten 1.000 Euro, die vor dem ersten Kurswochenende fällig sind.
- Ort: Alfred Adler Institut Berlin, Neue Kantstr. 4, 14057 Berlin, 2. OG
Jahrestagung für Individualpsychologie vom 26.11.2026 bis 29.11.2026 in Berlin: “Wer schreibt, der bleibt – Für sich – für andere – fürs Miteinander”
Vortrag Thomas Abel: Mitteilen, Lügen, Containerleeren, Sublimieren oder Unvergessensein? Funktionen des Schreibens als Offenbarung oder Täuschung
- Seit die Menschen für sich die Schrift entwickelt haben und schreiben können, befassen sie sich damit, was sie da eigentlich tun. Bereits in der griechischen Mythologie wurde Hermes, der Sohn von Zeus und Maia, zum Boten, dann zum Gott der Schrift, des Denkens, der Lüge und der Übersetzung. Er wohnte in jedem Brief, der Gefühle verrät, in jeder Notiz, die ein Geheimnis birgt, in jedem Wort, das ein anderes meint, und in jedem Traum, der in Rätseln spricht. Manche sagen, Hermes sei der erste Psychoanalytiker gewesen, denn er hörte, was die anderen nicht sagten, und er verstand, dass jede Lüge ein verschlüsseltes Geständnis ist. Freud schrieb sinngemäß in der Traumdeutung, dass der Traum mit Bildern schreibt, der Schriftsteller mit Zeichen. Der blinde Homer richtete den Blick nach innen, erzählte von der Odyssee, die er dort durchlief, was seine Zuhörer aufschrieben, so dass er um 800 vor Christus zum ersten Schriftsteller der Menschheit wurde.
- Der Vortrag befasst sich mit den sehr unterschiedlichen Funktionen des Schreibens. Es kann als Mentalisierung oder Offenbarung in der Selbstbegegnung dienen, aber auch als Mitteilung oder Verführung für andere, als Manipulation oder Lüge in Zeitungen, Internet oder social media, sowie als Hinterlassenschaft, als Testament, das nach unserem Tod von uns bleibt und erzählt. Nicht nur psychoanalytisch Tätige entleeren in Büchern und Artikeln innere, randvolle Container, sondern auch viele andere, die Angestautes los werden müssen und sich schreibend ausdrücken. Schön wäre, wenn noch mehr Menschen mörderische Impulse beim Schreiben eines Krimis sublimieren könnten, statt sie blutig auszuagieren.
- Ort: Hotel Aquino, Berlin
- Zeit des Vortrages: steht noch nicht genau fest
Die Verwendung von Märchen im psychotherapeutischen Prozeß – 12.12.2026 von 9 bis 17 Uhr
- Märchen sind über Jahrtausende von Generation zu Generation weiter gegeben worden. Jede Generation hat sie ein wenig verändert, indem sie eigene Erfahrungen mit eingewoben hat. Deshalb enthalten Märchen Aussagen über alle Arten von Konflikten und über sehr verschiedene psychische Erkrankungen. Zwei Grimmsche Märchen sollen in ihrer Bedeutung vorgestellt werden. Anregungen zur Arbeit mit Märchen in Therapien werden vermittelt.
- Zeit: Samstag, 12.12.2026 von 09:00 bis 17:00 Uhr
- Gebühren: 150,- Euro für Approbierte, kostenfrei für Aus-und Weiterbildungsteilnehmende
- Anmeldung: 030 3138736 oder info@praxis-abel.de
- Ort: Alfred Adler Institut Berlin, Neue Kantstr. 4, 14057 Berlin
- Zertifizierung durch die Psychotherapeutenkammer Berlin mit 8 Fortbildungseinheiten
