Wo und wie finde ich die für mich geeignete Psychotherapeut:in?

  • Eine wichtige Frage, für die Sie sich Zeit nehmen sollten! Therapieverfahren und Therapeut:in sollten sorgfältig gewählt werden. Jede approbierte (staatlich anerkannte) Psychotherapeut:in wird Ihnen bei dieser Frage weiterhelfen können. Aber auch jede Patient:in kann einiges dazu tun.
  • Achten Sie bei der Wahl der Therapeut:in darauf, ob sie oder er eine staatliche Anerkennung besitzt. Bis Ende 1998 durfte sich jede, die es wollte, Psychotherapeut:in nennen. Dieser Titel ist erst seit 1999 gesetzlich geschützt. Er darf nur von Ärzt:innen und von Diplom-Psycholog:innen geführt werden, die eine wissenschaftlich anerkannte Psychotherapie-Ausbildung absolviert haben. In alten Telefonbüchern oder Listen finden sich u.U. noch einige „Hobby-Therapeut:innen“ ohne staatlich anerkannte Qualifikation. Auch wenn eine Therapeut:in nur von „Psychotherapie“ schreibt, die sie oder er betreibe, sich aber nicht direkt Psychotherapeut:in nennt, ist eine adäquate Qualifikation nicht sichergestellt.
  • Suche im Internet: Seit 2002 sind Psychotherapeut:innen gem. § 6 Teledienstgesetz verpflichtet, auf Ihren Webseiten anzugeben, welchen Kammern und Fachverbänden sie angehören, wann und wo sie ihre Qualifikationen erlangt haben und welcher Berufs- und Ethikordnung sie verpflichtet sind. Die Psychotherapeut:in sollte Mitglied einer Ärzt:innen- oder Psychotherapeut:innenkammer sein. Wenn sie oder er eine Mitgliedschaft in der Kassenärztlichen Vereinigung angibt, kann sie oder er mit allen Kassen abrechnen. Wenn Psychotherapeut:innen diese Angaben auf ihren Webseiten nicht machen, würde ich zur Vorsicht raten.
  • Im Gespräch: Der Therapeut bzw. die Therapeutin sollte im Gespräch Ihr Vertrauen finden und Ihnen sympathisch sein. Schließlich ist es in der Psychotherapie wichtig, auch über sehr persönliche, peinliche oder schmerzliche Inhalte zu sprechen, über Dinge, über die Sie sonst vermutlich nur mit sehr wenigen Menschen sprechen würden. Wenn Sie nach dem ersten oder zweiten Vorgespräch bei einer Psychotherapeut:in spüren, dass Sie es sich nicht vorstellen können, sich diesem Menschen zu öffnen, können Sie zu einer anderen Therapeut:in wechseln. Die gesetzlichen und privaten Krankenkassen finanzieren 7 Vorgespräche. Bei der Auswahl der Therapeut:in sollten Sie noch berücksichtigen, ob Sie sich eher einer Frau oder einem Mann anvertrauen könnten. Vielen ist das egal. Wer jedoch eine Regung in sich spürt, eher mit einer Psychotherapeutin oder eher mit einem Psychotherapeuten arbeiten zu wollen, sollte dies ernst nehmen. Meist gibt es dafür lebensgeschichtliche Gründe.

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